Zerzabelshof

1498 erbaute der damalige Besitzer, Johannes Schütz, auf seinem Grund eine kleine Kapelle, welche der heiligen Anna geweiht war. Damit war der Rat der Reichsstadt Nürnberg allerdings nicht einverstanden. Johannes Schütz mußte sich in einem jahrelangen Verfahren, welches bis zum Papst nach Rom ging, dem Rat der Stadt Nürnberg gegenüber verpflichten, die Kapelle wieder zu entfernen.

Wie auch andere Orte im Umfeld von Nürnberg, hatte Zerzabelshof in den beiden Markgrafen Kriegen schwere Schäden hinnehmen müssen. Besonders im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 unter Albrecht Alkebiades ist der Ort weitgehend zerstört worden.

1849 wird Zerzabelshof, bis dahin gemeinderechtlich zu Mögeldorf gehörend, eine selbständige Gemeinde.

Fast dreihundert Jahre , von 1553 bis 1837 war der Herrensitz im Besitz der Familie von Löffelholz. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb der königliche Forstmeister Carl Freiherr von Mettingh das Gut. 1852 ließ er den Südflügel des Anwesens im Neu-Englischen Stil umbauen und bei dieser Gelegenheit eine Schloßkapelle mit errichten, welche er der Bevölkerung von Zerzabelshof zu Gottesdiensten zur Verfügung stellte.

Nachdem diese Kapelle mit ihren 60 Sitzplätzen schon bald den Anforderungen nicht mehr genügte, beschloß die evangelische Gemeinde einen Kirchenneubau an der Rohrmattenstraße. 1932 konnte dort eine Notkirche eingeweiht werden. Die frei gewordene Schloßkapelle übernahm die katholische Gemeinde.

Im Jahre 1923 erfolgte die Eingemeindung von Zerzabelshof nach Nürnberg.

Auch im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort nicht verschont. Mehrere Luftangriffe verursachten schwere Verwüstungen. Es gab viele Tote und Verletzte.

Nach dem Krieg bauten die beiden Gemeinden im Zuge des allgemeinen Wiederaufbaues neue, moderne Gemeindezentren mit Kirchen, Kindergärten, Gemeindesälen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen.

Aus dem einst beliebten Ausflugsziel der zwanziger und dreißiger Jahre mit seinen vielen gemütlichen Wirtschaften, ist nunmehr ein moderner, liebenswerter Stadtteil geworden, der sich die Gemütlichkeit seiner Gaststätten und Biergärten über die Zeit erhalten hat.

Der Autor Hans Liebel ist auch Verfasser zweier Bücher über Zabo.